Besuch bei ICOM in Osaka

ICOM in Osaka

10.November 2022

Gestern bin ich aus Tokyo mit dem Shinkansen in Osaka angekommen.
Nach nächtlicher Wanderung mit Gepäck (Der Bahnhof war doch weiter als gedacht vom Hotel…) komme ich in meinem Hotel eins.inn Osaka an.

Das Hotel ist leise, sauber und ich schlafe gut. Heute ist der große Tag, ich habe einen Termin und darf die Firma ICOM besuchen.

Ich wache früh auf und komme schnell aus dem Bett. Duschen, Haare richten und auf keinen Fall die Geschenke für meinen Gastgeber vergessen.

Weil ich auf keinen Fall zu spät erscheinen möchte, fahre ich die Strecke mit einem go-Taxi. Der Fahrer ist erst wenig motiviert. Schließlich werden wir uns einig und die 45 Minuten Fahrt kann beginnen.

Die Stadt ist im Vergleich zu Tokyo erstaunlich leer. Heute gibt es keine Staus und keine Verzögerungen.

So kommen wir etwa 40 Minuten vor dem Termin an. Das ICOM Gebäude liegt oberhalb einer Schnellstraße die dann durch einen Tunnel führt. Ich erkenne das Gebäude von weitem, habe mich doch mit Google Maps vorbereitet.
Außerdem sind die imposanten Antennen auf dem Dach von weitem sichtbar.
Der Taxifahrer fährt durch den Tunnel… und vorbei. Dann eine Stunt-Wendung über durchgezogene Linien. (Das alles im Linksverkehr…) ich sehe das weiße im Auge des Gegenverkehrs… Der Fahrer verzieht keine Miene.

Besuch bei ICOM in Osaka

Dann fährt er sofort links ab und gibt mir zu erkennen, dass wir an seinem Ziel sind.
Zumindest sagt es sein Navi…

Ich bedanke mich und mache mich auf die Wanderung über Brücken, durch Täler und durch Tunnel der Antenne entgegen.

Es ist aber nicht weit zu laufen und ich komme immer noch deutlich vor der Zeit bei ICOM an. Ich habe eigentlich ein Industrie-Gebiet erwartet, aber das ICOM Gebäude liegt an einer Schnellstraße am Rand einer Wohn-Umgebung.

Auf der Rückseite des Geländes ist ein kleines Shopping Center.
Hier nehme ich mein Frühstück, eine Dose warmen Kaffee aus dem Automaten ein.

Ich bin aufgeregt wie vor einem Bewerbungsgespräch…

Genau 8 Minuten vor dem Termin betrete ich das Gebäude.  Mr. Kimura schrieb mir, ich soll mich einfach an der Rezeption melden.
Auf der linken Seite im Eingangsbereich sind gepolsterte Sitzgelegenheiten und kleine Besprechungs-Abteile.
Die Dame an der Rezeption weiß sofort Bescheid. Sie zeigt mir einen handgeschriebenen Zettel mit japanischen Text und meinem Namen in Klartext darauf. Yes- thats me!

Man erwartet mich. Sie telefoniert und deutet mir Platz zu nehmen.
…Viel zu aufgeregt zum Sitzen…

Besuch bei ICOM in Osaka

Aber mein Zeitplan geht auf: Das Treffen startet überpünktlich, genau 4 Minuten vor der Zeit.

Es erscheinen nicht nur Mr. Kota Kimura und Mr. Takaaki Seino, auch Mr. Muneaki Matsuhira (JR9TUG) und Mr. Yoshi Yano (JH3HWL) von dem Magazin FBNEWS (www.fbnews.jp) sind dabei.

Wow!

Alle 4 stellen sich mir vor und überreichen mir ihre Visitenkarten.
Mist, ich habe natürlich keine vorbereitet.

Alle Herren sprechen sehr gut Englisch und Mr. Seino spricht sogar etwas deutsch.

Jens, Mr. Seino , Mr. Kimura (von links nach rechts)

Ich stelle mich vor und berichte kurz von mir. Seit wann ich lizenziert bin, mein Interesse für Kurz-Welle, vor allem für das 20m und 40m Band, sowie die Tatsache, dass ich seit kurzem nicht nur den IC-7300, sondern auch einen IC-7610 in meinem Gerätepark habe.

Ich werde sogar interviewt!
Unter https://fbnews.jp/202211/news05/index.html kann man den Bericht in japanischer Sprache sehen.
Eine Version in englischer Sprache ist ab dem 1.12.2022 (0100 UTC / 1000JST) unter
https://fbnews.jp/world/ zu sehen.

Den Artikel selbst habe ich in englischer Sprache hier hinterlegt:

Der Artikel wurde ursprünglich in der monatlichen Ausgabe der www.fbnews.jp veröffentlicht.
Besucht auch die internationale Webseite unter www.fbnews.jp/#worldwide.
Vielen Dank an Yoshi, JH3HWL


Ich erfahre viele interessantes über ICOM und darf mich nicht nur im Showroom umschauen, sondern sogar das Top Modell IC-7851 und das 3-Band VHF/UHF/SHF Gerät IC-9700 bedienen.

Nach knapp 2 Stunden bedanke ich mich für die Zeit und die vielen Informationen.
Mit Sicherheit war das ein Highlight meiner Reise.

Weitere Artikel zu meiner Japan und Korea reise gibt es hier:

Osaka nach Seoul – Hektik und Freundlichkeit eng zusammen

Peach Aviation

Samstag, 12. November 2022

Nach einer Nacht im Kapselhotel bin ich ausgeschlafen, frisch geduscht und tiefen-Entspannt bereits vormittags am Airport Kansai Osaka.
Heute soll es mit Peach Aviation Flight MM5 um 12:55 Uhr von Osaka nach Seoul gehen. Eigentlich keine große Reise, aber dennoch ein “international Flight”

 

Ich bin jedenfalls rechtzeitig da und denke mir noch: “Meine einzige Herausforderung besteht darin das Gepäck mitzunehmen”, denn der Flug lies sich nur mit Handgepäck buchen.

In Vorbereitung auf diesen Teil der Reise habe ich mich (natürlich) mit den Einreisebestimmungen für Korea auf der Webseite des  Auswärtigen Amtes vertraut gemacht.

Osaka nach Seoul – Hektik und Freundlichkeit eng zusammen

Dort steht unter “Reise und Sicherheitshinweise”

“Visumfreie Einreise
Staatsangehörige der EU– und Schengen-Staaten können für Kurzzeitaufenthalte (weniger als 90 Tage- und keine Erwerbstätigkeit) visumfrei in die Republik Korea (Südkorea) einreisen.“

Ich hörte natürlich an der Stelle sofort auf zu lesen… Aber nur wenige Zeilen später steht geschrieben:

“Alle Einreisenden ohne Visum müssen eine elektronische Reisegenehmigung (K-ETA: Korea Electronic Travel Authorization) mindestens 72 Stunden vor der Abreise online… bla bla”

Wie selbstverständlich fragt mich die Dame am Check im nach meinem K-ETA. Meine Antwort “Maybe you don’t know, but i’m german” kann sie nicht befriedigen, sie besteht auf die elektronische Reiseanmeldung.

Btw. später habe ich unter https://www.k-eta.online/de/ sogar eine gut erklärte deutsche Webseite zum Thema gefunden. Anyway, jetzt ist Eile geboten, denn das Gate schließt in 50 Minuten…

Ich gehe auf die Webseite https://www.k-eta.go.kr/portal/apply/index.do und fange hektisch an einen Antrag herunterzuladen und auszufüllen.

Das Formular ist ganz einfach: Die Telefonnummer muss ohne +49 oder 0049 eingegeben werden, dafür soll man gleich ein biometrisches Passbild mit maximal  7cm x 7cm und höchstens 100kb mit hochladen…
Ein Kinderspiel mit einer 18 MP Kamera und ohne Rechner auf dem Flughafen unter Zeitdruck.

Manche Auswahlen lassen sich auf dem Smartphone-Browser gar nicht richtig treffen. Am Ende wird das Absenden des Antrags dann mit “GLOBAL ERROR” quittiert. die Taste “Zurück” bringt mich auf das leere Formular.

Ich bin die Ruhe selbst und nippe an meinem Sencha.
Ein Mitarbeiter von Peach Aviation kommt und gibt mir wertvolle Tipps zum Ausfüllen des Formulars. Er hat offensichtlich Erfahrung mit dem K-ETA.

Ich schaffe es, den Antrag vollständig abzusenden und denke mir: “Alles in Butter”.
Schon 20 Minuten später erhalte ich ein E-Mail mit dem Hinweis “Antrag eingegangen”.

Man kann auf der Seite https://www.k-eta.go.kr/portal/apply/index.do unter dem Punkt “K-ETA Application results” unter Angabe der Passnummer den Status der Bearbeitung prüfen.

Immerhin wird angezeigt das mein Antrag den Status “under assessment” hat.

Die Zeit läuft… Zwischenzeitlich prüfe ich was ein späterer Flug, respektive eine weitere Übernachtung am Airport Osaka kosteten würden.

Aus Verzweiflung versuche ich ein erneutes Einchecken mit dem Status “under assessment”. Die Dame gibt sich Mühe, findet aber doch wieder ein Haar in der Suppe:

Ein Buchstabe in meinem Vornamen ist auf dem Antrag durch einen Tippfehler falsch im Antrag. (Jebs anstatt Jens)
Ein großes Problem für sie. Für mich nicht so, denn ich habe ein Ticket, einen Pass und  jede Menge Unterlagen mit meinem richtigen Namen drauf.

Um 12:40 Uhr, 15 Minuten vor Take off des Fluges unterschreibe ich einen waiver. (Vermutlich mit einer Enthaftungs-Erklärung für den Fall das ich in Korea nun doch nicht einreisen darf.).

peach aviation waiver

So, nun ist aber alles ok. Es fehlen noch die die üblichen Nettigkeiten zur Bezahlung der Gepäckgebühr. – Das geht bestimmt schnell.

“Vielen Dank das Sie mit Peach Aviation reisen..”
“Darf ich die Transport Gebühren von ihrer Karte abbuchen?”
“Sehr gern zügig, denn ich bin etwas in Eile”
“Mein Herr, ich habe die bescheidene Gebühr von 3500 Yen jetzt Ihrer Karte belastet”
“Vielen Dank, Check-Inn-San, ich brauche keinen Beleg”
“Mr. Jens-San, darf ich mir erlauben ihnen eine glückliche Reise und ein gesundes Leben zu wünschen?”

Ich denke mir noch: “So viel Zeit muss sein!”
Ich antworte: “Diese Wünsche nehme ich gern an und erwidere sie an Sie und Ihre Familie ebenso”

Es folgen wechselseitige kurze Verbeugungen, dann ein kurzer Sprint zur Security.
Das Spiel beginnt von vorn:

“Werter Herr, darf ich mir erlauben zu erfragen ob Sie Sprengstoffe, Waffen, Messer oder andere verbotene Gegenstände mitführen…”

Nachdem ich nun eine Bordkarte und einen Gepäckbeleg besitze, habe ich nun die Ruhe weg. Es sind ja schließlich noch 8 Minuten bis zum Take off.
Warum soll nicht mal wieder ein Flugzeug mit 180 Passagieren auf mich warten…

Doch plötzlich geht alles sehr schnell und effizient ab.
Ich bekomme meinen Pass vom Vorprüfer wieder in die Hand und darf ihn einem direkt daneben stehenden Nachprüfer wieder aushändigen.
Die beiden schauen sich an und tauschen geschulte Blicke aus.
Die beiden kommen überein:  “Der Pass ist OK” und ich bekomme das Dokument nach einer kurzen wechselseitigen Verbeugung und Danksagungen wieder ausgehändigt.

Nun noch schnell durch die Immigration-Passkontrolle und schon geht’s los zum Flugzeug.
Ich weiß nicht genau wie es funktionierte,  aber wir starten mit nicht mal 3 Minuten Verspätung.

Der Captain entschuldigt sich und verspricht die Zeit  wieder herauszufliegen.
Dafür geht die Einreise nach Korea sehr einfach. Nur ein paar Formulare mit Zollerklärungen, einige Formalitäten mit Covid Bestätigungen, einmal Fiebermessen (Infrarot!) und schon ist es geschafft.