Osaka nach Seoul – Hektik und Freundlichkeit eng zusammen

Samstag, 12. November 2022

Nach einer Nacht im Kapselhotel bin ich ausgeschlafen, frisch geduscht und tiefen-Entspannt bereits vormittags am Airport Kansai Osaka.
Heute soll es mit Peach Aviation Flight MM5 um 12:55 Uhr von Osaka nach Seoul gehen. Eigentlich keine große Reise, aber dennoch ein “international Flight”

 

Ich bin jedenfalls rechtzeitig da und denke mir noch: “Meine einzige Herausforderung besteht darin das Gepäck mitzunehmen”, denn der Flug lies sich nur mit Handgepäck buchen.

In Vorbereitung auf diesen Teil der Reise habe ich mich (natürlich) mit den Einreisebestimmungen für Korea auf der Webseite des  Auswärtigen Amtes vertraut gemacht.

Osaka nach Seoul – Hektik und Freundlichkeit eng zusammen

Dort steht unter “Reise und Sicherheitshinweise”

“Visumfreie Einreise
Staatsangehörige der EU– und Schengen-Staaten können für Kurzzeitaufenthalte (weniger als 90 Tage- und keine Erwerbstätigkeit) visumfrei in die Republik Korea (Südkorea) einreisen.“

Ich hörte natürlich an der Stelle sofort auf zu lesen… Aber nur wenige Zeilen später steht geschrieben:

“Alle Einreisenden ohne Visum müssen eine elektronische Reisegenehmigung (K-ETA: Korea Electronic Travel Authorization) mindestens 72 Stunden vor der Abreise online… bla bla”

Wie selbstverständlich fragt mich die Dame am Check im nach meinem K-ETA. Meine Antwort “Maybe you don’t know, but i’m german” kann sie nicht befriedigen, sie besteht auf die elektronische Reiseanmeldung.

Btw. später habe ich unter https://www.k-eta.online/de/ sogar eine gut erklärte deutsche Webseite zum Thema gefunden. Anyway, jetzt ist Eile geboten, denn das Gate schließt in 50 Minuten…

Ich gehe auf die Webseite https://www.k-eta.go.kr/portal/apply/index.do und fange hektisch an einen Antrag herunterzuladen und auszufüllen.

Das Formular ist ganz einfach: Die Telefonnummer muss ohne +49 oder 0049 eingegeben werden, dafür soll man gleich ein biometrisches Passbild mit maximal  7cm x 7cm und höchstens 100kb mit hochladen…
Ein Kinderspiel mit einer 18 MP Kamera und ohne Rechner auf dem Flughafen unter Zeitdruck.

Manche Auswahlen lassen sich auf dem Smartphone-Browser gar nicht richtig treffen. Am Ende wird das Absenden des Antrags dann mit “GLOBAL ERROR” quittiert. die Taste “Zurück” bringt mich auf das leere Formular.

Ich bin die Ruhe selbst und nippe an meinem Sencha.
Ein Mitarbeiter von Peach Aviation kommt und gibt mir wertvolle Tipps zum Ausfüllen des Formulars. Er hat offensichtlich Erfahrung mit dem K-ETA.

Ich schaffe es, den Antrag vollständig abzusenden und denke mir: “Alles in Butter”.
Schon 20 Minuten später erhalte ich ein E-Mail mit dem Hinweis “Antrag eingegangen”.

Man kann auf der Seite https://www.k-eta.go.kr/portal/apply/index.do unter dem Punkt “K-ETA Application results” unter Angabe der Passnummer den Status der Bearbeitung prüfen.

Immerhin wird angezeigt das mein Antrag den Status “under assessment” hat.

Die Zeit läuft… Zwischenzeitlich prüfe ich was ein späterer Flug, respektive eine weitere Übernachtung am Airport Osaka kosteten würden.

Aus Verzweiflung versuche ich ein erneutes Einchecken mit dem Status “under assessment”. Die Dame gibt sich Mühe, findet aber doch wieder ein Haar in der Suppe:

Ein Buchstabe in meinem Vornamen ist auf dem Antrag durch einen Tippfehler falsch im Antrag. (Jebs anstatt Jens)
Ein großes Problem für sie. Für mich nicht so, denn ich habe ein Ticket, einen Pass und  jede Menge Unterlagen mit meinem richtigen Namen drauf.

Um 12:40 Uhr, 15 Minuten vor Take off des Fluges unterschreibe ich einen waiver. (Vermutlich mit einer Enthaftungs-Erklärung für den Fall das ich in Korea nun doch nicht einreisen darf.).

peach aviation waiver

So, nun ist aber alles ok. Es fehlen noch die die üblichen Nettigkeiten zur Bezahlung der Gepäckgebühr. – Das geht bestimmt schnell.

“Vielen Dank das Sie mit Peach Aviation reisen..”
“Darf ich die Transport Gebühren von ihrer Karte abbuchen?”
“Sehr gern zügig, denn ich bin etwas in Eile”
“Mein Herr, ich habe die bescheidene Gebühr von 3500 Yen jetzt Ihrer Karte belastet”
“Vielen Dank, Check-Inn-San, ich brauche keinen Beleg”
“Mr. Jens-San, darf ich mir erlauben ihnen eine glückliche Reise und ein gesundes Leben zu wünschen?”

Ich denke mir noch: “So viel Zeit muss sein!”
Ich antworte: “Diese Wünsche nehme ich gern an und erwidere sie an Sie und Ihre Familie ebenso”

Es folgen wechselseitige kurze Verbeugungen, dann ein kurzer Sprint zur Security.
Das Spiel beginnt von vorn:

“Werter Herr, darf ich mir erlauben zu erfragen ob Sie Sprengstoffe, Waffen, Messer oder andere verbotene Gegenstände mitführen…”

Nachdem ich nun eine Bordkarte und einen Gepäckbeleg besitze, habe ich nun die Ruhe weg. Es sind ja schließlich noch 8 Minuten bis zum Take off.
Warum soll nicht mal wieder ein Flugzeug mit 180 Passagieren auf mich warten…

Doch plötzlich geht alles sehr schnell und effizient ab.
Ich bekomme meinen Pass vom Vorprüfer wieder in die Hand und darf ihn einem direkt daneben stehenden Nachprüfer wieder aushändigen.
Die beiden schauen sich an und tauschen geschulte Blicke aus.
Die beiden kommen überein:  “Der Pass ist OK” und ich bekomme das Dokument nach einer kurzen wechselseitigen Verbeugung und Danksagungen wieder ausgehändigt.

Nun noch schnell durch die Immigration-Passkontrolle und schon geht’s los zum Flugzeug.
Ich weiß nicht genau wie es funktionierte,  aber wir starten mit nicht mal 3 Minuten Verspätung.

Der Captain entschuldigt sich und verspricht die Zeit  wieder herauszufliegen.
Dafür geht die Einreise nach Korea sehr einfach. Nur ein paar Formulare mit Zollerklärungen, einige Formalitäten mit Covid Bestätigungen, einmal Fiebermessen (Infrarot!) und schon ist es geschafft.

4 Gedanken zu „Osaka nach Seoul – Hektik und Freundlichkeit eng zusammen“

  1. Richtig spannend, diese kurze Episode eines nicht minder fesselnden Reiseberichts, den ich bereits hören durfte.

    Gestatten Sie, dass ich mich für diesen Beitrag ehrerbietend bedanke, Jebs San?

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