Cross-Band Repeater auf der ISS

ISS mit ATV-2 am 7. März 2011, aufgenommen aus dem Space Shuttle Discovery

(10/2020) Seit kurzer Zeit ist auf der ISS ein Cross-Band Repeater (oder x-band Repeater) in Betrieb.
Die internationale Raumstation (International Space Station – ISS) ist eine bemannte Raumstation im Weltall.
Ursprünglich für militärische Zwecke konzipiert, wird sie jedoch seit Start der Mission 1988 von 16 Staaten betrieben und unterhalten.

Die ISS umkreist die Erde in knapp 400 Km Höhe mit einer Bahnneigung von 51,6° in östlicher Richtung.
Um die Erde einmal zu umrunden braucht die Raumstation nur knapp 93 Minuten.

ARISS – Projekt

Bei dem ARISS- Projekt handelt es sich um einen Amateurfunkdienst, der es Amateurfunkern oder z.B. Schülern ermöglicht Kontakte über und mit der ISS zu ermöglichen.
(ARISS bedeutet: Amateur Radio on the International Space Station, oder Amateurfunk auf der Internationalen Raumstation)

Damit ein Kontakt mit der ISS funktioniert, ist keine besonders aufwändige Technik nötig. Zum Hören reicht oft schon ein Handfunkgerät für das 2m-Band und eine Stabantenne.


Am einfachsten geht es in der Betriebsart APRS, (APRS bedeutet: Automatic Packet Reporting System). Bei APRS werden automatisch Datensätze wie z.B. GPS – Koordinaten, Temperaturen, Wetterdaten etc. über eine 1200 Baud – Verbindung gesendet. Der Vorteil liegt in meinen Augen darin das man nicht nur rufende Stationen (akustisch) über die ISS hören, sondern auch die Antworten in Textform sehen kann.

Kontakt mit SP7U-6 via RS0ISS
Hier “höre” ich SP7U am 23.8.2020 über die ISS
Mein Kenwood TH-D74
Empfangen mit meinem Kenwood TH-D74 Handfunkgerät mit einer kurzen Gummi-Antenne

X-Band Repeater auf der ISS


Seit dem 2.9.2020 ist auf der ISS einen Cross-Band FM-Repeater aktiviert. Das bedeutet, das man auf einer Frequenz im 2m Band sendet (in diesem Fall auf 145,990 Mhz mit einem Subton von 67 Hz) und sich selbst auf einer anderen Frequenz im 70cm- Amateurfunk Band (genau auf 437,800 Mhz) mit leichtem Versatz hören kann. (Wegen des Doppler-Effekts kann die Frequenz um +- 10 Khz abweichen)

Damit man die ISS überhaupt hören kann, muss sie natürlich “in Reichweite” sein. Und genau weil die ISS ja mit einer Bahnneigung um die Erde kreist, ist sie leider nicht alle 93 Minuten zu erreichen. Sie kommt jeweils immer nur zu bestimmten Zeiten vorbei.


Am einfachsten schaut man im Internet nach oder läd’ sich eine entsprechende App auf sein Smartphone herunter. 
Ich benutze dafür “ISS Detektor Pro” auf Android und “Satellite Tracker” auf meinem IPhone.
Damit kann ich dann genau sehen wann die Raumfähre und wie hoch über dem Horizont auftaucht. Vor allem ist interessant wie lange man etwas von dem Überflug hat.
(Im Idealfall sind das nämlich nur 5-6 Minuten)

Screenshot aus der Satellite App
Screenshot aus der “Satellite Tracker App”


Die ISS nutzt übrigens mehrere Rufzeichen: 
DP0ISS, 
RZ3DZR, 
NA1SS,
OR4ISS, für APRS

RS0ISS-11 und 
RS0ISS-3 für Packet Radio

Unter der Adresse https://de.wikipedia.org/wiki/ARISS kann man die anderen Uplink und Downlink-Frequenzen sehen

Wenn es beim ersten Versuch nicht direkt funktioniert, sollte man sich nicht entmutigen lassen. Meine Erfahrung hat gezeigt, das man nach einigen Versuchen, bei denen man vorher schon alle nötigen Einstellungen am Funkgerät erledigt hat, irgendwann mal was hört.

Zum Mithören der Sprechfunkverbindungen mit der ISS reichte zumindest mir ein Handfunkgerät und eine Stabantenne. Um Kontakt in FM aufzunehmen ist eine Richtantenne (vielleicht sogar auch “aus der Hand”) die bessere Wahl.

Mehr zu diesem Thema auf der Elektronik-Seite oder beim Amateurfunk

Weitere Interessante Artikel:

  • Cross-Band Repeater auf der ISS
    (10/2020) Die internationale Raumstation (International Space Station – ISS) ist eine bemannte Raumstation im Weltall. Ursprünglich für militärische Zwecke konzipiert, wird sie jedoch seit Beginn der Mission 1988 von 16 Staaten betrieben und unterhalten….
  • Bandplan 6m Amateurfunkband (50 Mhz)
    Das 6-Meter-Band ist der Frequenzbereich von 50,000 Mhz bis 52,000 MHz. In den USA geht der Frequenzbereich sogar von 50,000 MHz bis 54,000 MHz. Immer weniger nutzt der Rundfunk das 6m Band, dafür aber meinst millitärische …
  • Mein mcHF Klon – RS918
    Es gibt seit längerer Zeit einen Nachbau des mcHF Transceivers. (Genau gesagt gibt es viele verschiedene, mit jeweils anderen Features und Werten.) Meiner jedenfalls kommt aus China und trägt die Bezeichnung RS-918. Es handelt sich um einen SDR, der im Bereich 1,6Mhz – 30 Mhz auch QRP senden kann (Angeblich um die 10 W, nachgemessen habe ich das aber noch nicht) Nachgemessen habe ich aber die vergleichsweise kleinen Abmaße: 20cm x 7cm x 5cm…
  • Dreetzsee Feldwoche 2020
    Eine ganze Woche Funk-Urlaub – eine ganze Woche Spaß mit Funkfreunden. Insg. sechs OMs waren wir in diesem Jahr dabei und haben gerade noch vor der großen Corona-Welle und dem Lockdown eine tolle Woche verbracht. Viel gebastelt und gefunkt haben wir, auf allen möglichen Bändern und Betriebsarten…
  • Meine ersten 6m Verbindungen
    Seit einiger Zeit ist ja der Frequenzbereich zwischen 50Mhz und 52Mhz in Deutschland für den Amateurfunk nutzbar. Am 23.8.2020 habe ich beim ILLW in Ueckermünde erstmals die Gelegenheit einen von Steffen DO7FIR selbstgebauten Dipol für 6m zu testen.

-Zurück-