Beobachtungen aus dem März 2026
Schlüsselwörter: Zahlensender, 40 m Band, Kurzwelle, persisch, V32, Numbers Station, Amateurfunk, Störsender
Ein alter Bekannter kehrt zurück
Anfang März 2026 sorgte ein persisch‑sprachiger Zahlensender im 40‑m‑Band (7.910 MHz oberes Seitenband) für erhebliche Aufmerksamkeit in der internationalen Kurzwellen‑ und Amateurfunk‑Szene. Solche Numbers Stations galten lange als Relikte des Kalten Krieges – doch die im März beobachteten Aussendungen zeigten eindrucksvoll, dass diese Kommunikationsform auch 2026 technisch und strategisch relevant bleibt. In mehreren Zeitfenstern war der Sender deutlich im europäischen Raum zu empfangen, unter anderem auch auf klassischen Amateurfunk‑Empfängern und Web‑SDRs.

Was sind Zahlensender und warum gibt es sie noch?
Zahlensender sind Kurzwellenstationen, die meist per synthetischer oder voraufgezeichneter Stimme Zahlenfolgen vorlesen. Die technische Idee ist simpel und gleichzeitig äußerst robust:
- Die Zahlen werden mit einem One‑Time‑Pad verschlüsselt
- Jeder kann den Sender empfangen, nur der Empfänger mit dem Schlüssel kann die Nachricht entschlüsseln
- Kurzwelle ist unabhängig von Internet, Satelliten oder Infrastruktur
- Der Sender selbst bleibt anonym und schwer eindeutig zu lokalisieren
Gerade in geopolitisch angespannten Zeiten erleben Zahlensender regelmäßig ein Comeback, da sie kaum zu blockieren und nahezu „unknackbar“ sind.
Rahmenbedingungen des persischen Zahlensenders (V32)
Der im März 2026 aktive Sender wird in der Szene meist als V32 bezeichnet. Beobachtungen aus verschiedenen Empfangsregionen zeigen ein relativ konsistentes technisches Profil:
- Frequenzbereich: 40‑m‑Band, primär zwischen ca. 7,8 und 7,9 MHz
- Modulation: USB (Einseitenband, unterdrückter Träger)
- Sprache: Persisch (Farsi)
- Sendezeiten: typischerweise zwei Ausstrahlungen pro Tag
- Aufbau:
- dreifache Ansage von „Tavajjoh“ („Achtung“)
- anschließend Zahlenblöcke, meist in gleichmäßigem Sprechrhythmus
Die Wahl des 40‑m‑Bands ist aus technischer Sicht logisch: gute Reichweite bei Tag und Nacht, stabile Ausbreitungsbedingungen und weltweit leicht zu empfangen.
Technische Analyse des Sendesignals des Zahlensenders
Aus Sicht eines technisch orientierten Funkamateurs war insbesondere die Signalqualität interessant:
1. Träger- und Audiostabilität
Der Träger zeigte eine sehr geringe Drift, was auf einen quarz‑ oder GPS‑stabilisierten Sender hindeutet. Die Sprachwiedergabe wirkte stark komprimiert, mit eingeschränktem Frequenzumfang – typisch für militärische oder professionelle HF‑Systeme.
2. Stimme und Erzeugung
Die Stimme klang eindeutig synthetisch oder vorproduziert, mit konstanter Tonhöhe und ohne natürliche Sprachschwankungen. Das spricht für eine automatisierte Abspielkette statt Live‑Operator.
3. Auffällige Nebengeräusche
Besonders bemerkenswert waren die Hintergrundgeräusche, die zeitweise deutlich hörbar waren:
- periodische Pieptöne
- kurze Klick‑ oder Knackgeräusche
- breitbandiges Rauschen, teils pulsierend
Einige dieser Geräusche erinnern an interne System‑Sounds oder Telemetrie‑Signale, andere an absichtliche Überlagerungen.

Störungen und „Bubble Jammer“
Ab etwa der ersten Märzwoche wurde der Sender phasenweise von einem sogenannten Bubble Jammer überlagert – einem breitbandigen, blubbernden Störsignal. Solche Störer sind aus dem Umfeld staatlicher Rundfunk‑Jamming‑Systeme bekannt.
Technisch interessant:
- Das Jamming war zeitlich exakt auf die Sendezeiten abgestimmt
- Die Störung setzte nicht zufällig, sondern gezielt ein
- Kurz darauf wechselte der Sender geringfügig die Frequenz
Das deutet klar auf ein aktives Katz‑und‑Maus‑Spiel zwischen Sender und Störer hin – ein starkes Indiz für staatliche Akteure auf beiden Seiten.
Eigene Empfangserkenntnisse
Bei eigenen Beobachtungen (u. a. mit SDR‑Empfängern und klassischem Transceiver) fiel auf:
- sehr gutes Signal‑Rausch‑Verhältnis selbst mit einfachen Antennen
- kaum Fading, ungewöhnlich stabil für Kurzwelle
- konstante Feldstärke über die gesamte Aussendung
Das spricht für einen leistungsstarken Sender mit gezielter Antennenausrichtung, vermutlich aus Mitteleuropa.
Fazit zum Zahlensender in persischer Sprache
Der persischsprachige Zahlensender im 40‑m‑Band war eines der spannendsten Kurzwellen‑Phänomene des Frühjahrs 2026. Technisch sauber umgesetzt, mit interessanten Nebengeräuschen, gezieltem Jamming und klassischem Numbers‑Station‑Charakter, zeigt er eindrucksvoll:
Kurzwelle ist alles andere als tot.
Für Funkamateure, SWLs und technisch Interessierte bleibt die Beobachtung solcher Signale ein faszinierender Blick in die Schnittstelle von Funktechnik, Kryptografie und Weltpolitik.
